Wiederholung KODIÖV

Digitale Verwaltung – Vertiefungsmaterialien
Diese Fragen dienen zur Vertiefung des Bausteins KODIÖV

1. Welche Trends werden als zukunftsweisend für die Informations- und Kommunikationstechnologie der öffentlichen Verwaltung angesehen?

Zu den wichtigsten Trends zählen End-to-End-Digitalisierung, elektronische Aktenführung, KI-gestützte Automatisierung, Vernetzung von Behörden (Once-Only-Prinzip), mobile und cloudbasierte Dienste sowie stärkere Bürgerbeteiligung.

2. Was versteht man unter digitaler Transformation und warum ist sie wichtig?

Digitale Transformation ist der tiefgreifende Wandel von Strukturen, Prozessen und Dienstleistungen durch digitale Technologien. Sie ist wichtig, um auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen zu reagieren und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu sichern.

3. Welche Vorteile bietet eine digitale Verwaltung?

Digitale Verwaltung spart Zeit und Kosten, erhöht Transparenz, verbessert den Bürgerservice, ermöglicht orts- und zeitunabhängige Zugänglichkeit und entlastet Mitarbeitende von Routinetätigkeiten.

4. Welche Beispiele für erfolgreiche digitale Verwaltungsdienstleistungen gibt es?

Beispiele sind ELSTER (digitale Steuererklärung), Online-Kfz-Zulassung, digitale Bauanträge, Corona-Warn-App und Online-Terminvergabe in Bürgerämtern.

5. Welche Digitalisierungsgesetze sind für die Verwaltung relevant?

Wichtige Gesetze sind das Onlinezugangsgesetz (OZG), das E-Government-Gesetz (EGovG), die SDG-VO, die DSGVO und das IT-Sicherheitsgesetz.

6. Wie hat die Corona-Pandemie die digitale Verwaltung beeinflusst?

Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt, Homeoffice und Videokonferenzen etabliert und die Nutzung digitaler Services gesteigert. Gleichzeitig wurden technische Defizite deutlich.

7. Welche Maßnahmen werden durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) ergriffen, um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben?

Das OZG verpflichtet zur Digitalisierung aller Verwaltungsleistungen, zum Aufbau eines Portalverbunds, zur Einführung von Nutzerkonten und digitalen Postfächern sowie zur medienbruchfreien Digitalisierung.

8. Was ist eGovernment und welche Ziele verfolgt es?

eGovernment ist der Einsatz digitaler Technologien zur Abwicklung von Verwaltungsleistungen. Ziele sind Effizienz, Transparenz, Bürgernähe und Modernisierung der Verwaltung.

9. Was ist ein IT-Sicherheitsmanagementsystem (ISMS) und wie wird es eingeführt?

Ein ISMS ist ein systematischer Ansatz zur Sicherstellung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen. Es wird nach ISO 27001 eingeführt und umfasst Risikoanalysen, Richtlinien, Maßnahmen und regelmäßige Überprüfungen.

10. Was ist ein Incident Response Plan und warum ist er wichtig?

Ein Incident Response Plan ist ein strukturierter Notfallplan zur Reaktion auf IT-Sicherheitsvorfälle. Er minimiert Schäden, sichert die Handlungsfähigkeit der Verwaltung und erfüllt gesetzliche Pflichten.

11. Wie ist der Umsetzungsstand des OZG und welche Kennzahlen sind relevant?

Der Umsetzungsstand des OZG ist durchwachsen: Viele Leistungen sind digital verfügbar, aber noch nicht flächendeckend und medienbruchfrei. Relevante Kennzahlen sind die Anzahl der digital verfügbaren Leistungen, der Anteil medienbruchfreier Prozesse und die Nutzungsquoten durch Bürger und Unternehmen.

12. Wie unterscheidet sich New Public Management (NPM) vom eGovernment?

NPM ist ein Managementkonzept, das Prinzipien der Privatwirtschaft (Effizienz, Zielorientierung, Wettbewerb) auf die öffentliche Verwaltung überträgt. eGovernment bezeichnet die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. NPM ist ein Steuerungsmodell, eGovernment ein Mittel zur Umsetzung moderner Verwaltung.

13. Welche Managementprinzipien der Privatwirtschaft sind im NPM enthalten?

Wichtige Prinzipien sind Outputorientierung, Wettbewerb, Dezentralisierung, Kundenorientierung, Leistungs- und Kostenkontrolle sowie Zielvereinbarungen.

14. Was sind die Kernprinzipien des NPM?

Die Kernprinzipien sind Ergebnisorientierung, Kundenorientierung, Trennung von Steuerung und Ausführung, Wettbewerb, Transparenz und Rechenschaftspflicht.

15. Welche Sicherheitsmaßnahmen sind für digitale Verwaltungsdienstleistungen erforderlich?

Erforderlich sind Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, regelmäßige Updates, Firewalls, Sicherheitsrichtlinien, Awareness-Schulungen und Notfallpläne (Incident Response).

16. Wie können Bürgerinnen und Bürger von eGovernment profitieren?

Sie profitieren durch Zeitersparnis, ortsunabhängigen Zugang, transparente Verfahren, schnellere Bearbeitung und bessere Nachvollziehbarkeit von Anträgen.

17. Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Umstellung von papierbasierten auf digitale Prozesse in der Verwaltung?

Herausforderungen sind Medienbrüche, Widerstände bei Mitarbeitenden, Datenschutz, technische Komplexität, Schulungsbedarf und Anpassung von Arbeitsabläufen.

18. Was ist der IT-Planungsrat und welche Ziele/Aufgaben verfolgt er?

Der IT-Planungsrat ist das zentrale Steuerungsgremium für die IT-Kooperation von Bund und Ländern. Er koordiniert die Digitalisierung der Verwaltung, setzt Standards und fördert die Zusammenarbeit.

19. Welche Rolle spielt die FITKO für den IT-Planungsrat?

Die FITKO (Föderale IT-Kooperation) ist die Geschäftsstelle des IT-Planungsrats. Sie unterstützt ihn organisatorisch, koordiniert Projekte und ist für die Umsetzung gemeinsamer IT-Vorhaben verantwortlich.

20. Was versteht man unter elektronischer Aktenführung (eAkte) und welche Vorteile/Nachteile bietet sie?

Die eAkte ist die digitale Form der Aktenführung in Behörden. Vorteile: ortsunabhängiger Zugriff, bessere Nachvollziehbarkeit, schnellere Recherche, Platzersparnis. Nachteile: hohe Anfangsinvestitionen, Schulungsbedarf, IT-Sicherheitsanforderungen.

21. Welche Grundsätze ordnungsgemäßer Aktenführung gibt es?

Grundsätze sind: Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Transparenz, Vertraulichkeit, Ordnung, Unveränderbarkeit und Sicherung der Integrität der Akten.

22. Was ist der Unterschied zwischen einem Informationssystem und einem Kommunikationssystem in der öffentlichen Verwaltung?

Informationssysteme speichern, verarbeiten und stellen Daten bereit (z.B. Fachanwendungen, Datenbanken). Kommunikationssysteme ermöglichen den Austausch von Informationen zwischen Personen oder Systemen (z.B. E-Mail, Videokonferenz).

23. Warum sind Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) für eine effiziente Arbeitsweise in der öffentlichen Verwaltung wichtig?

IKS ermöglichen schnellen Informationszugriff, fördern Zusammenarbeit, reduzieren Fehler und beschleunigen Prozesse. Sie sind Grundlage für moderne, bürgernahe und effiziente Verwaltung.

24. Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung von IKS in der öffentlichen Verwaltung?

Herausforderungen: Datenschutz, Schnittstellenprobleme, Akzeptanz bei Mitarbeitenden, Schulungsbedarf, technische Komplexität, Kosten.

25. Welche Rolle spielt die IT-Sicherheit bei der Verwaltung personenbezogener Daten?

IT-Sicherheit schützt personenbezogene Daten vor unbefugtem Zugriff, Missbrauch, Verlust oder Manipulation und ist Voraussetzung für Datenschutz und Vertrauen in die Verwaltung.

26. Welche Konsequenzen kann ein IT-Sicherheitsvorfall in der öffentlichen Verwaltung haben?

Konsequenzen: Datenverlust, Betriebsunterbrechung, Vertrauensverlust, rechtliche Folgen (DSGVO-Bußgelder), Imageschaden, Kosten für Wiederherstellung und Prävention.

27. Welche verschiedenen Arten von Cyberkriminalität gibt es?

Arten: Phishing, Ransomware, Datendiebstahl, Identitätsdiebstahl, DDoS-Attacken, Social Engineering, Insider-Angriffe.

28. Was ist ein IT-Sicherheitsmanagementsystem (ISMS) und wie wird es eingeführt?

Ein ISMS ist ein systematischer Ansatz zur Sicherstellung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen. Einführung: Risikoanalyse, Richtlinien, Maßnahmen, Schulungen, kontinuierliche Verbesserung (z.B. nach ISO 27001).

29. Welche Vorteile bietet die Einführung eines ISMS?

Vorteile: Schutz sensibler Daten, Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, Risikominimierung, Steigerung des Vertrauens, bessere Organisation und Reaktionsfähigkeit bei Vorfällen.

30. Was ist ein Incident Response Plan und warum ist er wichtig?

Ein Incident Response Plan ist ein strukturierter Notfallplan zur Reaktion auf IT-Sicherheitsvorfälle. Er minimiert Schäden, sichert die Handlungsfähigkeit der Verwaltung und erfüllt gesetzliche Pflichten.