Die 4 Bereiche des Rechnungswesens
Damit es den vielfältigen Anforderungen gerecht werden kann, unterteilt man das Rechnungswesen in der Praxis aktuell in insgesamt vier Teilbereiche:
- Externes Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung)
- Internes Rechnungswesen (Controlling)
- Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrechnung
- Planungsrechnung oder Budgetierung
Diese Teilbereiche werden im Folgenden genauer erklärt. Das erleichtert es Ihnen, die Grundlagen und Abläufe des Rechnungswesens besser zu verstehen.
1. Externes Rechnungswesen
Als externes Rechnungswesen bezeichnet man auch die Finanzbuchhaltung. Sie dient dazu, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nach außen hin abzubilden. Hierzu zählen Datenerfassungen wie:
Die Anforderungen an das externe Rechnungswesen legt das Handelsgesetzbuch (HGB) fest. Das Finanzamt überprüft, ob ein Unternehmen diesen genügt. Die Informationen, die das externe Rechnungswesen durch solche Dokumente bereitstellt, dienen Außenstehenden zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, bevor sie sich auf Geschäfte mit diesem einlassen. Schließlich will man keine Geschäftsbeziehungen eingehen, wenn der potentielle Partner nicht über das nötige Geld verfügt, die eigenen Leistungen zu bezahlen. Der externe ist der einzige der vier Bereiche des Rechnungswesens, welcher sich schwerpunktmäßig nach außen richtet. Die anderen drei Teile betrachten ein Unternehmen von innen heraus und dienen seiner Kontrolle.
2. Internes Rechnungswesen
Das interne Rechnungswesen beschäftigt sich mit Folgendem:
- Planung
- Kontrolle
- Koordination von Unternehmensprozessen aus der Innensicht
Hier steht folglich die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Oft bezeichnet man die interne Unternehmensrechnung auch als Kosten- und Leistungsrechnung oder Controlling. Meistens sind die Betrachtungen des Controllings nicht gegenwarts- oder vergangenheits-, sondern zukunftsorientiert. Dies ist ein erheblicher Unterschied zur Finanzbuchhaltung, die ausschließlich Auskunft über den Ist-Stand eines Betriebs gibt. In der Regel operiert man im internen Rechnungswesen mit Soll- und Ist-Werten. Das bedeutet, man arbeitet einen Plan aus, welches Ziel man in einem bestimmten Zeitraum erreichen möchte und mit welchen Maßnahmen man das versucht.
Ein Beispiel: Ziel ist es, den Gewinn innerhalb eines Jahres um 10 % zu steigern. Das versucht man, indem man die Kosten reduziert und so Geld spart.
Nach diesem zuvor definierten Zeitraum folgt der Soll-Ist-Vergleich. Bei dieser Vergleichsrechnung wird bestimmt, ob ein Ziel erreicht, übertroffen oder verfehlt wurde. Je nach den gewonnenen Erkenntnissen passt man den Handlungsplan für den nächsten Zeitraum an. So steuern Unternehmen ihre Entwicklung permanent in die gewünschte Richtung.
3. Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrechnung
Dieser Bereich des Rechnungswesens dient dazu, ein Unternehmen auf Basis bestimmter Benchmarks zu vergleichen. Üblicherweise unterscheidet man zwischen:
- Betriebsvergleich
- Zeitvergleich
Als Vergleichsobjekte dienen entweder die Konkurrenz (Betriebsvergleich) oder ein bestimmtes Jahr der Betriebsgeschichte (Zeitvergleich). Aus diesen Vergleichen zieht das Unternehmen Kennzahlen, die aktuellen Unternehmenszahlen gegenübergestellt werden. Ziel dabei ist es, stets neue Erkenntnisse zu gewinnen. Besonders Zusammenhänge sind immer interessant für weitere Planungen des Managements. Für die betriebswirtschaftliche Überwachung eines Unternehmens ist es zwingend notwendig, sich regelmäßig mit der Konkurrenz und eigenen Vorjahren zu vergleichen. Nur so kann es sicherstellen, dass eine nachhaltige Entwicklung stattfindet.
4. Planungsrechnung oder Budgetierung
Hierunter versteht man die Finanzplanung, die einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft betrifft, bspw. das kommende Geschäftsjahr. Bei der Budget-Planung wird ein Budget für die unterschiedlichen Unternehmensbereiche festlegt, welches im angegebenen Zeitraum nicht überschreiten werden darf. Diese Budgetierung ermöglicht es, in Verbindung mit den anderen Bereichen des Rechnungswesens, eine realistische Prognose über Gewinn und Verlust des Unternehmens für ein kommendes Jahr abzugeben. Budgets bestimmt man selten für längere Zeiträume als ein Jahr im Voraus, da durch längere Perioden die Planungssicherheit abnimmt.
